Refluxtherapie ist mehr als Säurehemmung
Eine moderne Therapie der gastroösophagealen Refluxerkrankung (GERD) orientiert sich nicht allein an Symptomen, sondern an Anatomie, Funktion und individueller Befundlage.
Ziel ist nicht die möglichst hohe Medikamentendosis – sondern eine nachhaltige, ursachenorientierte Lösung.
1. Lebensstil & Basismaßnahmen
Bei milderen Formen oder ergänzend zur medikamentösen Therapie spielen Lebensstilmaßnahmen eine wichtige Rolle.
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht
- Späte Mahlzeiten vermeiden
- Oberkörperhochlage im Schlaf
- Individuelle Trigger identifizieren
- Reduktion stark fettreicher Mahlzeiten
Diese Maßnahmen können Beschwerden deutlich reduzieren – insbesondere bei nicht komplizierten Verlaufsformen.
2. Medikamentöse Therapie
Protonenpumpeninhibitoren (PPI)
PPI reduzieren die Magensäureproduktion effektiv und sind bei erosiver Refluxkrankheit und akuten Beschwerden häufig sehr wirksam.
Weitere medikamentöse Optionen
- H2-Rezeptorblocker
- Alginate
- Antazida
- PCAB (Kaliumkompetitive Säureblocker)
Bei nicht-saurem Reflux oder Volumenreflux ist die reine Säurehemmung häufig nicht ausreichend.
3. Operative Therapie
Bei nachgewiesenem Reflux mit anatomischer Ursache (z. B. Zwerchfellhernie) kann eine operative Therapie die kausale Lösung darstellen.
Laparoskopische Fundoplicatio
Die Fundoplicatio gilt seit Jahrzehnten als chirurgischer Goldstandard. Dabei wird der obere Magenanteil um die Speiseröhre gelegt, um den Schließmechanismus zu verstärken.
- Nissen-Fundoplicatio (360°)
- Toupet-Fundoplicatio (270°)
Die Wahl der Technik richtet sich nach der individuellen Motilität der Speiseröhre und dem Befund der Funktionsdiagnostik.
Moderne und alternative Verfahren
Magnetische Sphinkteraugmentation (LINX®)
Ein Magnetring wird um den unteren Speiseröhrenschließmuskel gelegt, um dessen Funktion zu unterstützen. Geeignet bei ausgewählten Patienten ohne ausgeprägte Hernie.
Endoskopische Verfahren (z. B. GERD-X®, ARMS-C)
Minimalinvasive endoskopische Techniken zur Verbesserung des gastroösophagealen Übergangs. Die Datenlage ist heterogen und die Langzeitergebnisse variieren.
RefluxStop®, EndoStim®
Neuere implantierbare Systeme mit unterschiedlichen Wirkprinzipien. Teilweise noch limitierte Langzeitdaten.
Wie wird die richtige Therapie entschieden?
Die Therapieentscheidung basiert auf:
- Beschwerdeprofil
- Endoskopiebefund
- Funktionsdiagnostik
- Anatomischer Situation
- Individuellen Erwartungen
Ziel ist eine langfristige Verbesserung der Lebensqualität – mit möglichst geringer Belastung durch Nebenwirkungen oder Dauertherapie.
Persönliche Therapieberatung
Wenn Sie wissen möchten, welche Therapie für Sie sinnvoll ist, vereinbaren Sie gerne einen Beratungstermin.